Wir kaufen teure Nahrungsergänzungsmittel, suchen nach den Top-Gesundheitstipps und Schlankheitskuren, sind bereit einiges für Schönheit, Jugend und Wohlbefinden zu tun – und auch auszugeben! Doch das Naheliegendste und Einfachste wird dabei oft übersehen.

Schlaf wird unterschätzt

Kaum einer macht sich klar, wie weitreichend die Folgen von Schlafmangel und zu wenig Ruhe für Körper und Geist sind.

Überall sucht man vielleicht nach den Ursachen für seine Stimmungsschwankungen, die Kopfschmerzen, den Stress, von dem es so schwer ist, runterzukommen, den hohen Blutdruck, Verdauungsbeschwerden, Infektanfälligkeit, Gewichtsprobleme, Unfruchtbarkeit, Schilddrüsenstörungen oder gar Tumorbildungen. Oder man kommt von seinen Süchten einfach nicht weg und weiß nicht, warum: Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten, Zigaretten, etc. Die Nerven liegen blank. Vieles in Körper und Geist scheint im Ungleichgewicht. Man fragt sich: Sollte ich meine Ernährung besser umstellen? Muss ich mehr Sport treiben? Ist es ein Mangelzustand? Die Hormone? Oder einfach das zunehmende Alter?

Doch wenn Sie es gewohnt sind, nach 22 Uhr zu Bett zu gehen, probieren Sie es einfach mal aus: Nichts kann dieses Wohlgefühl und Aufatmen von Körper und Seele beschreiben, das Sie empfinden werden, wenn Sie sich nach längeren Phasen späten Zu-Bett-Gehens  wieder einmal vor 22 Uhr zur Ruhe begeben haben! Und dadurch die wichtigen (beiden) Stunden vor Mitternacht mitnehmen. Vieles kommt dann von ganz alleine wieder in die Balance.

Und nicht immer spürt man auf Anhieb, dass es eigentlich Müdigkeit war. Man fühlt sich unausgeglichen, vielleicht im Stress, möglicherweise tut etwas weh oder zwickt und zwackt da und dort.

Was viele nicht wissen: Mangelnder guter Schlaf und die daraus entstehende Müdigkeit der Körperzellen kann Vorreiter selbst für Krebs, Herzerkrankungen und AIDS sein.

Wundermedizin: Schlaf vor Mitternacht

Den wirksamsten Tiefschlaf der Nacht erreicht der Körper gegen 23 Uhr. Vorausgesetzt, Sie schlafen bereits um 22 Uhr. Nichts ist entspannender und erholsamer für Körper und Geist als diese tiefe Ruhe und Regeneration in den Stunden vor Mitternacht. In der ganzen übrigen Nacht erreichen wir nicht mehr eine solche Tiefe. Dieser Schlaf gilt als drei Mal so regenerierend wie ein vergleichbarer Zeitraum nach 24 Uhr.

Versäumen Sie regelmäßig den Tiefschlaf, übermüden Körper und Geist. Das schwächt das Immunsystem und alle Organe: auch die Verdauung, das Nervensystem etc. leiden darunter. Es führt zu übermäßigen Stressreaktionen im Körper, wie z.B. der Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Cortisol und Cholesterin. Das kann auf die Dauer den Körper ausbrennen, die Reserven aufbrauchen. Und nebenbei zur Folge haben, dass man vermehrt zu „anregenden“ Mitteln wie Kaffee, Süßigkeiten, Alkohol etc. greift – um die unnatürlichen Energieschübe aufrecht zu erhalten.

Gegen 23 Uhr bereits – tief – zu schlafen hat weitere Vorteile: um diese Zeit finden einige der wichtigsten Prozesse für gesunde Hormon- und Herzkreislaufrhythmen statt.

Ein Beispiel ist das wertvolle Hormon HGH (Human Growth Hormon – unser körpereigenes Wachstumshormon). Es gilt als das Jugend- und Schönheitshormon. Es ist bei Erwachsenen dafür zuständig, unser Muskel- und Bindegewebe aufzubauen/zu erhalten, die Hautzellen zu erneuern. Und unsterstützt den Körper bei seinen täglichen Reparatur- und Verjüngungsarbeiten. HGH kurbelt auch den Fettabbau an. Besonders, wenn kurz vor dem Schlafengehen nichts mehr gegessen wurde (v.a. wenn auf Kohlenhydrate und Alkohol verzichtet wurde). Worauf Diäten auch wie „Schlank im Schlaf“ u.ä. beruhen.

Die stärkste Ausschüttung – bis zu 70% der Tagesproduktion – an HGH haben wir im Schlaf. Und zwar gegen 23 Uhr! Vorausgesetzt der Schlaf beginnt möglichst vor 22 Uhr…

Ausreichend Schlaf

Eine ausreichende Menge an Schlaf (8 Stunden für Erwachsene) ist ganz entschdeidend, nicht für den Körper und die Regeneration der Zellen, sondern auch für eine psychisch-seelische Ausgeglichenheit. Nur so kann das tagsüber Erlebte richtig verarbeitet und integriert werden.

Ich befragte einmal eine sehr schöne Frau, die auch Naturkosmetikerin ist, nach ihrem persönlichen Schönheitsrezept. Sie verkaufte ja allerhand tolle Produkte und hätte mir nun leicht von diesem oder jenem schwärmen können. Was sie jedoch antwortete war: „Täglich 2 Stunden Mittagsschlaf.“ Ich war verblüfft.

Seither hat mich das Thema „Schlaf“ nicht mehr losgelassen und ich habe begonnen, das Ganze näher unter die Lupe zu nehmen und im Selbstversuch genauer zu erforschen.

Allein, dass man sich mit ausreichend Schlaf sooo viel wohler, wacher und nervlich satter fühlt, genügt mir eigentlich als Argument. Dennoch finde ich es auch höchst interessant, zu verstehen, was im Körper so vor sich geht, wenn wir schlafen. Bzw. nicht genug schlafen. Wie das Wohlgefühl beim Ausgeschlafensein verursacht wird und das Gerädertsein bei Schlafmangel. Daher meine Nachforschungen…

Natürliche Schlaf-Wach-Rhythmen

Neben der ausreichenden Menge und dem Schlaf vor Mitternacht sind die natürlichen Rhythmen zwischen Schlafen und Wachen ebenso entscheidend.

Das moderne Leben ermöglicht uns, zu arbeiten und zu schlafen, wann wir wollen. Doch die Körperprozesse ticken ja weiter wie eh und je.

Natürlicherweise sind wir einst wahrscheinlich gegen 22 Uhr schlafen gegangen (oder im Winter sogar noch eher…) und gegen 6 Uhr aufgestanden. Vermutlich ohne Wecker oder Handy, eben einfach gemäß den Helligkeitsphasen. 😉

Wenn wir uns deutlich später zur Ruhe begeben oder zu lange schlafen, verpassen wir wichtige Impulse des Tageslichtes und es kommt z.B. das Gleichgewicht zwischen den bedeutenden Gehirnhormonen Serotonin und Melatonin, die einander bedingen, durcheinander. Serotonin ist wesentlich für unser seelisches Wohlbefinden zuständig. Wenn tagsüber nicht genug Serotonin vorhanden ist, kann z.B. auch das Verlangen nach Zucker steigen, der den Serotoninspiegel etwas anhebt. Aus Serotoninmangel folgt wiederum Melatoninmangel, der einen erholsamen Schlaf und gutes Einschlafen verhindert.

Auch die natürliche Ausschüttung weiterer Hormone und Botenstoffe (z.B. Cortisol, Corticosteron), die wichtige Körperfunktionen, wie den Stoffwechsel, Blutzuckerwerte und Immunreaktionen regulieren, kann sich verschieben und im Körper echtes Chaos veranstalten, wenn wir die täglichen Schlaf-Wach-Rhythmen längere Zeit nicht einhalten. Die Ausscheidungsphasen z.B. kommen ebenso durcheinander wie der Herz-Kreislauf-Rhythmus. All das bleibt auf die Dauer nicht ohne Folgen für Leib und Seele.

Also man kann sehen: was man instinktiv ohnehin weiß und schon die Eltern predigten stimmt tatsächlich! Genügend Schlaf ist alles!

Kaum etwas stärkt die Gesundheit und jeglichen Heilungsprozess mehr, macht die Psyche stabiler, das Immunsystem fitter, verjüngt den Körper schneller als ausreichend guter Schlaf. Nichts wirkt positiver auch auf die Kreativität, das eigene Energielevel und die Leistungsstärke.

Oder wie es in den Bibel heißt: „… der Herr gibt es den Seinen im Schlaf.“

In diesem Sinne: Bonne nuit allerseits.
🙂

Eure Elke

P.S.: Schreibt mir gerne! Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Schlaf? Schlaft Ihr immer genügend? Wann geht Ihr zu Bett? Wie fühlt Ihr Euch, wenn Ihr mehr oder weniger schlaft als üblich? Freue mich auf Eure Rückmeldungen.