Heute wird es ganz privat. Passend zum Jahresabschluss. Mit meiner persönlichen Geschichte der letzten Wochen…

Monatelang schon hatte ich mich mit dem Tod intensiv beschäftigt. Den ganzen Sommer hatte ich von den Reisen der Seelen und dem Leben nach dem Tod gelesen. Ganz wunderbare Bücher, die mein Leben und Fühlen wirklich tiefgreifend verändert haben… Als hätte ich mich unbewusst innerlich vorbereitet.

Ich durfte ganz deutlich fühlen, dass er nicht so angstvoll sein muss. Dass wir ihn aus der Tabuzone, mitten ins Leben holen dürfen. Dass das Verlassen des Körpers einfach ein Übergang für die Seele ist… Genau wie auch die Geburt.

Und auch, dass er einer der besten Lehrer ist, um uns an unsere eigene, wundervolle, göttliche Lebendigkeit zu erinnern, so lange wir hier sind. Dass wir reines Bewusstsein sind und als solches diesen Körper bewohnen. Als göttliche Seele. Und wie wertvoll jeder Moment ist. 

Und dann, dass der persönliche Abschied einen doch arg treffen kann…

Denn im November starb, völlig überraschend, meine Mutter.

Sie fiel – aus dem Nichts und ohne Vorerkrankung – um und lag erst tagelang in ihrer Wohnung. Vermutlich ein verschleppter, nicht bemerkter Herzinfarkt… Sie telefonisch nicht mehr zu erreichen, stundenlang das Schlimmste zu befürchten und sie dann – tatsächlich – tot aufzufinden, war für uns alle ein großer Schock.

Doch sie lag friedlich da, die Augen geschlossen, das Gesicht entspannt. Vermutlich durfte sie (fast?) ohne Schmerzen in die andere Welt wechseln…

Das war ein Trost. Auch half und hilft das spirituelle Verständnis und Erleben wirklich sehr. Die innere Gewissheit: die Seele ist noch da. Ihr geht es gut. Sie ist nun frei und in tiefem Frieden. Sie will nur unser Bestes, wir bleiben verbunden.

Auf der anderen Seite bin ich einfach Mensch, Tochter, Teil einer Familie… Und durfte erfahren, wie es einen eiskalt erwischt, wenn ein Elternteil, eine so nahestehende Seele geht. Wenn Mama stirbt. Und das ganz ohne sich verabschieden zu können…

 

 

Meine Mutter war immer ein sehr spiritueller Mensch gewesen. Sie selbst glaubte fest an ein Leben nach dem Tod. Das tat gut, zu wissen. Und ich glaube, sie konnte freudig „aufsteigen“. Sie war durch über 30 Jahre Meditation und „innere Arbeit“ bestens auf die Seelen-Reise vorbereitet.

Manchmal meine ich auch, sie nahe bei mir zu fühlen. Und es ist eine wunderschöne Ebene, die wir dann teilen. Auf der ich sicher weiß: es ist alles gut.

Es starben in diesem Jahr, besonders ab Herbst, noch einige weitere Menschen meines direkten oder indirekten Umfeldes.

Das Leben zeigt gerade in aller Deutlichkeit seine endliche Seite.

Für mich ein Anlass, mich dem LEBEN in noch größerer Intensität und Hingabe zuzuwenden.

Mit mehr Tiefe. Mehr Fühlen. Dem Wunsch, noch mehr die Spiritualität, tiefe Anbindung und das Lichtvolle auf Erden wirklich verkörpern zu wollen.

Denn statt „Ende“, „Tod“ könnten wir doch auch sagen: alles wandelt sich ständig.

Nichts ist statisch. Je sehr wir auch das Gegenteil versuchen. Oder so tun, als könnten wir irgendwas dauerhaft etablieren oder erhalten… Egal wie sehr wie auch an Dingen oder Menschen hängen. Sie alle gehen früher oder später. Oder es verändert sich etwas mit ihnen.

Letztlich bleibt uns nichts als die Essenz unseres Seins. Unserer Liebe. Unseres Herzens.

Wie sehr haben wir in diesem Leben geliebt? Uns hingegeben? Wahrhaft gefühlt?

Wie sehr sind wir einander in der Tiefe begegnet?
Und vor allem: uns selbst begegnet?

Durften wir wahre Erfüllung finden und leben? Dann bleibt keine Reue zurück.

Auf einmal sind mir persönlich menschliche Begegnungen nochmal 1000 mal wichtiger. Wichtiger als alles arbeiten oder Ziele erreichen.

Seit Jahren „zelebriere“ ich die Rauhnächte, ziehe mich zurück. Doch zum ersten Mal wollen mir dieses Jahr einfach keine g’scheidten „Ziele“ oder „Pläne“ für das neue Jahr einfallen. Nicht, weil ich in Trauer zergehe…

Sondern weil ich einfach nur HIER BIN.

Mir fällt einfach nichts ein, was wichtiger oder lohnenswerter sein könnte.

Ich habe kein äußeres Ziel, das mich glücklicher machen könnte als ich es gerade ohnehin schon bin.

Wenn es endlich mal NICHTS zu TUN gibt…

Schlafen, Ausruhen, Fühlen, Genießen… Lesen, Vorlesen, mit der Familie Spiele spielen, Spazierengehen, gute Gespräche führen… Das eigene Energiefeld stärken. Alles tun, was mir gut tut. Alles weglassen, worauf ich nicht wirklich, wirklich Lust habe (und das ist eine ganze Menge… ) …

Das geschieht JETZT.

Ich brauche dafür keine Zukunft. In der ich dann endlich frei oder glücklich wäre…

Das ist schon HIER.

Ich muss / darf nur eine Menge Kram weglassen. Der mich vom Sein und Genießen abhält.

Auf den Körper hören

Meine Mutter hat uns Schwestern von klein an gelehrt, auf die Signale des Körpers zu achten. Wirklich hineinzufühlen.

Sei es beim Essen: tut mir das, was ich esse, gerade wirklich gut? Schmeckt es auch meinem „Körper“, wie fühlt es sich im Bauch an? …
Sei es bei Tätigkeiten: was möchte ich wirklich tun? Was macht mir Freude? (im kleinen Täglichen, wie auch bei der Berufswahl)
Und sogar bei Schmerzen: wo/wie fühle ich den Schmerz im Körper? Dann sei dabei! Fühle es einfach. Erst wird er größer, dann verwandelt er sich! Versprochen! (wir nannten das „Körperfühlen“, man kann dabei auch eine Hand auflegen).

Sich zu nichts zu zwingen…

Dank meiner Mutter lernte ich als Kind zu beten, begann mit 10 Jahren mit Autogenem Training, hörte von „Positivem Denken“ (das war in den 80er Jahren gerade „in“….), wurde mit 12 Jahren in Transzendentale Meditation eingeführt, die mich ein Leben lang begleiten sollte, und ging damals, mit 13, mit echtem spirituellem Bewusstsein zur Konfirmation (ich glaub, ich war die einzige in der Gruppe… ;-)).

Das hier war übrigens mein selbst gewählter Konfirmations-Spruch, den ich noch heute liebe. Er ist sozusagen mein Lebensmotto geworden:

„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Sprüche Salomons, 3, 5-6)

Ob Du es „Gott“ nennst, die „Quelle“, das „Leben selbst“ oder Deine „höhere Führung“, Dein „höheres/wahres Selbst“….

Bis heute finde ich das einen sehr guten Rat: Bei wichtigen Entscheidungen – und v.a. für den eigenen Seelenfrieden – nicht nur auf den analytischen Verstand zu hören. Der kann einen manchmal echt verrückt machen (so nützlich er an anderer Stelle ja auch sein kann).

Da braucht es ganz andere Ebenen – von größerer, umfassenderer Weisheit. An die sich anzuschließen, zutiefst lohnt. Wo wir einen ganz anderen Blick auf die Dinge erlangen und ganz andere „Einsichten“ und Ideen bekommen.

Tiefer Dank

Bei der Trauerfeier meiner Mutter war es mir wichtig, selbst zu sprechen. Ihr nochmal eine besondere Ehre zu erweisen.

Ich dankte ihr von ganzem Herzen für all das, was sie uns gelehrt hat.

Vor allem den inneren Weg hat sie uns gelehrt.

Manche haben sie verkannt, weil sie im Außen scheinbar nicht so „erfolgreich“ war und vor allem zuletzt sehr bescheiden lebte. Jedenfalls nach den Maßstäben unserer materiellen Welt.

Mit ihr starb nun tatsächlich der letzte mir bekannte Mensch, der bewusst kein Handy und kein Internet benutzte. Und tatsächlich ohne klar kam…

Sie vermochte es, die kleinen Dinge des Lebens zu genießen und wertzuschätzen. Langsamkeit zu zelebrieren. Wenn sie mit einer Tasse Tee an ihrem Fenster saß, ins Grüne blickte und dabei Mozart hörte, war sie wirklich glücklich…

Sie liebte andererseits auch das Reisen und Abenteuer. Liebte das Gespräch, das Feingeistige, die höheren Zusammenhänge… Das alles hat sie uns vermittelt. Auch den Sinn für alles Schöne und Gefühlvolle im Leben.

Sie hat uns von klein an gelehrt, das Gute zu sehen, ja es selbst dann zu visualisieren, wenn es noch nicht sichtbar war.

Als ich 11 Jahre alt war, hatte ich einen schweren Autounfall (ich war angefahren worden). Mein rechter Fuß (samt Sprunggelelnk) war sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, ich lag lange im Krankenhaus. Die Wunde wollte viele Wochen nicht zuheilen. Eine Hauttransplantation stand im Raum. Haut sollte von meinem Oberschenkel auf das Fußegelenk verpflanzt werden… Ich wollte das unter keinen Umständen. Hatte große Angst.

Ich höre noch heute meine Mutter sagen: „Pass auf: wir stellen uns jetzt jeden Tag vor, wie die Haut an der Stelle schööön rosa ist! Wie alles schön verheilt ist.“ Gemeinsam machten wir das dann. Jeden Tag.

Zu dieser Operation ist es schließlich nie gekommen. Und was soll ich sagen? Die Haut an der Narbe ist noch heute: hellrosa!

Das Fußgelenk sollte dann, so hieß es, wenn ich ca. 20 Jahre als sei, „eingesteift“ werden. Und noch andere schreckliche Prognosen hörten wir von verschiedenen Ärzten. Meine Mutter sagte immer vor so einem Termin: „Halt dir die Ohren zu!“ und „Glaub einfach nicht daran!“. „Wir glauben an etwas anderes! Die Ärzte wissen auch nicht alles!“. Und: „Weißt du, man muss immer selber mitdenken!“.

Und siehe da: ich unterrichte heute Yoga und trotz ein paar kleinerer Einschränkungen kann ich fast alles mit dem Fuß machen. Eingesteift wurde er jedenfalls NIE! Es gab nicht mal eine weitere Operation. Ein echtes Wunder!

Was kann man einem Kind Wertvolleres beibringen als so einen tiefen Glauben an das Gute, an etwas Höheres und vor allem an sich selbst?

Bei mir hat sie damit sogar die Grundlage für meinen gesamten späteren Weg gelegt. Das kann ich nun noch mehr sehen denn je. Dafür bin ich ihr für immer dankbar.

Und sie ist mir auch ein echtes Vorbild bei der Erziehung meiner eigenen Tochter. Meinem Kind zu helfen, auch an (im Moment) scheinbar Unmögliches/Noch-Nicht-Sichtbares zu glauben. Ihre Träume zu verfolgen. Ihren wahren Impulsen zu folgen. Ganz egal, was die Welt sagt.

Bis hierhin ein kleiner Einblick in meine sehr persönlichen Erlebnisse der letzten Wochen.

Was ist wesentlich?

Auch das gehört ja zum Jahresausklang… Sich auf das besinnen, was sehr persönlich, intim und tief ist. Was wesentlich ist.

Was uns wirklich als MENSCH ausmacht.

Und das wünsche ich auch DIR: Dir klarzumachen – nicht nur zu Silvester – was DIR wirklich, wirklich wichtig ist. Unsere Lebenszeit ist begrenzt.

Was ist für Dich wesentlich?

Und gar nicht mal so sehr an äußeren Zielen…

Sondern was willst Du fühlen? Wie soll es in Deinem Innern aussehen? Wie fühlt sich Erfüllung wirklich an?

Dort, im Innern, darf der wichtigste Neujahrsputz stattfinden!!!
Alle äußeren Handlungen bleiben sonst auf Dauer wirkungslos…

Ich selbst erlebe gerade eine große Intensität in allen kleinen Handlungen. Alle noch so kleinen Sinneswahrnehmungen finde ich ganz großartig. Was für ein Geschenk, einen Körper zu haben? Ihn zu bewohnen. Er ist noch warm und lebendig.

Wie großartig ist das!!!!!

DAS ist für mich das wahre Geschenk des Todes. Uns an das Leben zu erinnern.

Was kann ich nicht alles durch den Körper für Herrlichkeiten erfahren?

Die Sonne auf der Haut, den Boden unter meinen Füßen, die Umarmung meines Kindes, den Geschmack der Schokolade, den Blick meines Mannes, die Liebe der Mitmenschen, die Freude, ein Buch zu lesen, die wunderschöne Weihnachtsdeko, das heiße Bad, die Entspannung in den Muskeln, die weichen Kissen, den herrlichen blau-weißen Himmel heute….. HACH!!!

Was sind die kleinen Dinge, die DU HEUTE fühlen kannst?

Genießen kannst?

Wirklich, wirklich an Dich ranlassen kannst?

Ohne in Gedanken schon beim nächsten To Do zu sein?
Bei der nächsten Nachricht, die grad auf dem Smartphone „ge-blingt“ hat…

Wie sehr kannst Du Dich Dein Gegenüber einlassen?

Auf diesen Text? Auf das, was gerade vor DEINER Nase ist?

Glaub mir, wennman hinterher merkt, dass es das letzte Mal war, dass man diesen Menschen gesehen oder seine Stimme (auf dem AB oder in einer Whatsapp-Nachricht) gehört hat, hört man es sich wieder und wieder an. Und achtet auf Nuancen in der Stimme, schaut sich Bilder, Videos in Details an… Bekommt Dinge mit…

Die sonst ja auch immer da sind. Die man aber soooo leicht übergeht…

Ich bitte dich: achte schon jetzt auf all diese kleinen und großen Wunder! In jeder Begegnung. DIESE Begegnung ist für Dein Leben unendlich kostbar.

Es ist keine Zwischenstation. Kein „um, zu“.
Kein Sprungbrett für ein anderes, höheres Ziel.

Das Leben findet JETZT statt. Nur JETZT!

Ahow!

Danke, dass Du bis hierhin gelesen hast und ich Dich ein Stück weit auf meine innere – und recht emotionale – Reise der letzten Wochen mitnehmen durfte…

Nun wünsche ich Dir einen frohen, entspannten Übergang in ein ganz wunder-volles neues Jahr!

Mögen wir das Leben feiern und genießen! Mögen wir die Tempel unserer Körper pflegen und lieben! Und die darin lebende Seele ehren und ihren Impulsen folgen!

Und vielleicht darf der ein oder andere Workshop von und mit mir im neuen Jahr – rund um Yoga, Tiefenentspannung, Meditation, Herz-Öffnung Dir dabei auch nützlich sein!? Das würde mich von Herzen freuen.

Komm gut in ein wunder-volles neues Jahr!

Lass es krachen!

Von Herzen,
Deine Elke